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Das Social Web

Die Entwicklung des Internets zur sozialen Plattform - Von den Anfängen des Internets bis zur heutigen Erscheinungsform. Eine beschreibende Auseinandersetzung mit besonderem Augenmerk auf das Phänomen des Social Sharings. 

Was als Kommunikationsschnittstelle zwischen Großrechnern des Militärs und der Regierung konzipiert wurde, hat längst Einfluss auf das alltägliche Leben fast aller Menschen gewonnen - das Internet. Wer die Entwicklung mitverfolgte, konnte den Wandel der angebotenen Inhalte im Netz erkennen: das Potenzial zur sozialen Vernetzung gewann und gewinnt stetig an Bedeutung. Der einst gängige Weg einen Freund oder Bekannten zu kontaktieren, nämlich per Telefonanruf, verliert für die „Generation Internet“ zusehends an Relevanz. Das, was allgemein als Social Web bezeichnet wird, bestimmt mittlerweile den Alltag unserer zwischenmenschlichen Kommunikation. Im Besonderen das Phänomen des Social Sharings wird auch im Folgenden erörtert.

 

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:

-      1. Evolution des Internets

-      1.1 Wie wurde das Internet sozial – und was ist darunter zu verstehen?

-      1.2 Web 2.0 und Social Web – was ist der Unterschied?

-      2. Social Sharing und die kommerzielle Nutzung

-      2.1 Was bedeutet Social Sharing?

-      2.2 Youtube: Tauschbörse der Videos

-      2.3 Social Sharing – ein Weg zum kommerziellen Erfolg

 

1. Evolution des Internets

1.1 Wie wurde das Internet sozial – und was ist darunter zu verstehen?

Als Vorläufer des Internets gilt das 1969 von der US-Luftwaffe verwirklichte APRANET (Advanced Research Projects Agency Network), das erste dezentrale Netzwerk von Computersystemen. Dessen Abschaltung im Jahr 1990 - der Rückzug des Staates als Hauptakteur - wird als Initiator für die Privatisierung des Internets gesehen. Diese Entwicklung fand fast zeitgleich mit der Einführung des Dienstes WWW statt. Dieser bot erstmals die Möglichkeit Angebote im Internet einseitig zu Verlinken. Das Resultat: überwiegend private Nutzer begannen Inhalte zu verfassen, online verfügbar zu machen und untereinander zu verlinken. Damit wies das Internet erste Komponenten eines sozialen Mediums auf.

 

1.2 Web 2.0 und Social Web – was ist der Unterschied?

Der Begriff „Web 2.0“ wurde erstmals im Zuge der Evolution des Internets zum sozialen Medium verwendet und beschrieb zunächst den sich verändernden subjektiven Eindruck des Internets im Allgemeinen. Erst im Nachhinein definierte Tim O'Reilly in seinem sieben Punkte umfassenden Artikel „What is the Web 2.0“ Eckpfeiler, die den Begriff fassbar machten. Für den Nutzer brachte das Netz neue Möglichkeiten hervor, die weit über die ursprüngliche Nutzung als Plattform zum Informationsaustausch hinausgehen. Die Weiterentwicklung der Browser ermöglichte die Bereitstellung komplexer webbasierter Anwendungen. Insbesondere der Einsatz von „Ajax“ (Aysnchronous Javascript And Xml) ermöglicht Implementation von Webanwendungen, die einer Desktop Anwendung gleichen und die Nutzung komfortabler gestalten. Durch asynchronen, im Hintergrund ablaufenden Datenaustausch mit verbundenen Servern, kann somit das bisher typische Neuladen der kompletten Seite vermieden werden. Die Priorität liegt auf der sinnvollen Darstellung der Daten, nicht die optische Ästhetik. Anwendungen mit offenen Schnittstellen zu Daten und Programmcode bieten Potential zur kollektiven Weiterentwicklung. Ein Großteil der Angebote im Internet nutzt heute die Möglichkeit, die kollektive Intelligenz der Nutzer zu integrieren und ihre Inhalte durch Ihre Besucher erweitern zu lassen.

Der Begriff Social Web bezeichnet eher ein Teilphänomen des neuen Internets. Webangebote werden zunehmend als Services gesehen, die Menschen Interaktionsmöglichkeiten bieten. In einer Anwendung des Social Webs steht die soziale Interaktion im Vordergrund. Dem Individuum wird ermöglicht, die Gestaltung seines sozialen Umgangs um die Möglichkeiten, die das Internet bietet, zu erweitern. Kennzeichnend für Social Web Anwendungen sind Optionen wie die Publizierbarkeit persönlicher Informationen, Bildung von (Interessen-) Gruppen und die Möglichkeit, online mit andern Nutzern kommunizieren zu können.

 

2. Social Sharing und der kommerzielle Nutzen

2.1 Was bedeutet Social Sharing?

Der Begriff Social Sharing beschreibt das Teilen eines Internetnutzers von Inhalten mit anderen. Teilbar ist alles Erdenkliche, insbesondere das Teilen von Links, Fotos und Videos erfreut sich besonderer Beliebtheit. Social Sharing Anwendungen bieten die Möglichkeit, Ressourcen verfügbar zu machen und bieten typischerweise Optionen, das Eingestellte zu personalisieren, zu bewerten und dessen Zugriffsrechte für andere Nutzer einzugrenzen. Des Weiteren gilt es für entsprechende Plattformen die teils massiven Materialsammlungen zugänglich zu machen. Dabei kann in zwei unterschiedliche Wege unterteilt werden, um auf Geteiltes zu stoßen: die spezifische Suche oder das weniger zielgerichtete Stöbern. Um dem Nutzer dies zu ermöglichen, müssen Inhalte kategorisiert bzw. zumindest gekennzeichnet werden. Naturgemäß ist es - im Gegensatz zu Textinhalten - technisch schwierig ein Foto oder Video automatisiert zu charakterisieren. Eine klare Abgrenzung bekannter Social Web Applikationen in Social Networks bzw. Social Sharing Anwendungen ist heutzutage nicht mehr möglich. Viele der bekannten Angebote weisen Merkmale beider Erscheinungsformen auf und machen sich deren Vorteile zu Nutze - so lassen sich bei Facebook Medien hochladen, um sie mit anderen zu teilen und Youtube Nutzer fügen Autoren favorisierter Inhalte ihrer Freundesliste hinzu.

 

2.2 Youtube: Tauschbörse der Videos

Die Tatsache, dass Youtube an dritter Stelle der am häufigsten aufgerufenen Websites liegt (direkt hinter Google gefolgt von Facebook) (Quelle: Alexa), verdeutlicht den Beliebtheitsgrad von Videos als Tauschgut im Internet. Youtube weist alle klassischen Merkmale einer Social Sharing Anwendung auf: Nutzer publizieren Videos, archivieren Gesehenes und Erstellen Favoritenlisten, die (optional) von anderen Nutzern einsehbar sind. Über die reine Funktion als Sharing Applikation hinaus erweitert Youtube sein Angebot stetig um andere Merkmale des Social Web, wie das Verwalten von Freundeslisten. Immer beliebter wird das Kommentieren und Diskutieren der Community über eingestellte Inhalte. Der sogenannte „Youtube-Kanal“ bietet den Nutzern über das reine Publizieren von Videos hinaus die Möglichkeit, eine individuell gestaltete Profilseite (vgl. Facebook) zu erstellen.

 

2.3 Social Sharing – Ein Weg zum kommerziellen Erfolg

Das rasende Voranschreiten der technischen Möglichkeiten – vor allem die stetig wachsende zur Verfügung stehende Bandbreite der Internetverbindungen – lässt einen Ausblick sicher zu: die visuelle Qualität der geteilten Inhalte nähert sich immer mehr der Perfektion. Neue Standards (z.B. HTML 5.0) schaffen eine neue Barrierefreiheit. Die Vernetzung multimedialer Inhalte wird sowohl für Softwareentwickler als auch für Nutzer immer zugänglicher. Es ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit des Teilens von Inhalten zunehmend als Standard-Feature von Anwendern gesehen wird – und damit Voraussetzung für den kommerziellen Erfolg eines Webangebots wird. Mit dem wachsenden Einfluss sozialer Komponenten geht ein Offenlegen privater Informationen einher – auch das Teilen von Inhalten enthält eindeutige Aussagen über Interessen und Nutzungsverhalten der Internetnutzer. Das Sammeln und Auswerten persönlicher Daten dient zur Gewinnung von Nutzerprofilen. Diese werden etwa zur zielgerichteten Schaltung von Werbung genutzt. Die individuelle Anpassung von Werbung hat sich als Geschäftsmodell etabliert. Dessen Rentabilität steht angesichts der erlangten Größe der Branchenriesen Google und Facebook, die sich zum Großteil über Einnahmen zielgerichteter Werbung finanzieren, außer Frage.

Längst gehört die Zeit, in der das Internet ausschließlich als Werkzeug zum Austausch von Informationen diente, der Vergangenheit an. Kaum ein Nutzer ignoriert noch die Wege, die das World Wide Web zur Gestaltung des sozialen Lebens bietet. Geschaffen wurden komplett neue Methoden, soziale Kontakte zu erschließen und zu pflegen.