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Unterschiede zwischen Bafög und einem Studienkredit

 

Bevor das Studium anfängt, sollte klar sein, wie es finanziert wird. Bei einem Vollzeitstudium haben Sie kaum Zeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aus diesem Grund sollten sich angehende Studenten frühzeitig, um eine passende Finanzierung kümmern. Es gibt viele verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, z.B. Bafög oder einen Studienkredit. Worin hierbei die Unterschiede liegen und was zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.
 
 
 
Wann erhalten Sie Bafög?

Laut dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz BAföG) soll jeder unabhängig vom finanziellen Hintergrund, die Möglichkeit haben, zu studieren. Wenn das Einkommen der Eltern und das eigene Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, dann können Sie für die Dauer der Regelstudienzeit die staatliche Unterstützung beantragen. Für die Berechnung sind auch die Familienverhältnisse, also ob die Eltern verheiratet oder geschieden sind, und die Zahl der Geschwister wichtig. Zurzeit liegt der Höchstsatz bei der Ausbildungsförderung für einen Studenten, der eine eigene Wohnung hat und Kranken- sowie Pflegeversichert ist, bei 670 Euro. 

Die Unterschiede zwischen Bafög und einem Studienkredit

studieren und die Möglichkeit haben zu finanzierenBeim Bafög handelt es sich um ein zinsloses Darlehen, was es ausschließlich für Dauer einer "ersten Ausbildung" gibt und nur innerhalb der Regelstudienzeit. Wenn Sie beispielsweise Ihr Studium wechseln oder abbrechen, kann Ihr Anspruch auf die Ausbildungsförderung verfallen. Für das Masterstudium erhalten Sie die Ausbildungsförderung nur, wenn es auf dem Bachelorstudium aufbaut. 
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Finanzierungsmöglichkeiten besteht in der Zurückzahlung. Beim Bafög ist die Hälfte der Förderung ein Studienzuschuss, den die Empfänger nicht zurückzahlen müssen. Der Rest wird als zinsloses Darlehen gewährt. Sie können es fünf Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit in Raten oder komplett zurückzahlen. 
Bei einem Studienkredit hingegen müssen Sie bei der Zurückzahlung mit Zinsen rechnen. Allerdings kann man einenStudienkredit auch zusätzlich zur Ausbildungsförderung erhalten. Die Staffelungen der Förderbeträge im Monat liegen zwischen 100 und 650 Euro. Die Zurückzahlung startet frühestens nach sechs und höchstens 23 Monaten. Die Empfängermüssen den Kredit innerhalb einer Dauer von 25 Jahren zurückgezahlt haben. 

Welche Vor- und Nachteile hat ein KfW-Studienkredit?

Studienkredite geben die Möglichkeit zu studierenDas Besondere an dieser Finanzierung besteht darin, dass ihn jeder Student zum selben Zinssatz beantragen kann. Hierbei spielt es keine Rolle, was Sie studieren, wie Ihre Noten sind oder wie hoch Ihr Einkommen oder das Ihrer Eltern ist. 
Einen weiteren Vorteil bietet die Finanzierung durch die kfW, weil diesen Kredit jeder EU-Bürger im Alter von 18 bis 44 Jahren, ohne Bonitätsprüfung oder den Bedürftigkeitsnachweis erhalten kann. 
Darüber hinaus ist eine vollständige Zurückzahlung möglich, ohne dass Zusatzkosten entstehen. Der Zinssatz ist variabel und wird jedes halbe Jahr neu bestimmt. Für die Dauer von 15 Jahren wird dem Empfänger eine Zinsobergrenze garantiert. 
Ein Nachteil ist der Umstand, dass Sie Leistungsnachweise erbringen müssen, damit der Kredit weiter gezahlt wird. Nach dem fünften oder sechsten Semester müssen Sie den Fortgang ihres Studiums nachweisen. Bereits zwei Urlaubssemester oder ein fehlender Nachweis können das Ende der Auszahlungen bedeuten. 

Welche Studienkredite gibt es noch?

Bei fast allen Sparkassen oder privaten Banken ist es ebenso möglich, einen Kredit fürs Studium zu erhalten. Die Staffelungenund Bedingungen im Vergleich zur kfW sind ähnlich. In der Regel erhalten Sie im Monat ungefähr 500 Euro für bis zu sechs Jahre. Die Rückzahlung beginnt dann zwei Jahre nach der letzten Auszahlung kann bis zu zehn Jahre dauern. Die Zinssätze wiederum variieren von Bank zu Bank. Daher sollten Sie sich unbedingt mehrere Angebote einholen und miteinander vergleichen. So vermeiden Sie unnötig hohe Zinsen. Bevor der Kredit bewilligt wird, holen sich die Banken eine Schufa-Auskunft ein, um zu überprüfen, wie es um Ihre Bonität steht. Erst dann wird entschieden, ob Ihnen der Kredit bewilligt wird. 

Was ist für Sie die beste Variante?

Bevor Sie sich für eine der beiden Finanzierungen entscheiden, sollten Sie für sich genau festlegen, wie hoch Ihr monatlicher Bedarf ist. Welche Kosten müssen gedeckt sein und worauf können Sie verzichten. Verschaffen Sie sich einen Überblick. Nur so können Sie feststellen, wie viel Geld Sie tatsächlich benötigen. Hierbei ist es wichtig zu berücksichtigen, wie lange sie studieren wollen, ob Zeit für einen Nebenjob haben, wie hoch die eventuell anfallenden Studiengebühren sind und mit welchen Kosten Sie für einen Auslandsaufenthalt rechnen müssen. 
Außerdem ist es von Vorteil, die Vor- und Nachteile der beiden Varianten gegeneinander abzuwägen. Welche Staffelungen gibt es? Wie sehen die Bedingungen für die Rückzahlung aus? Klären Sie bitte vorher dieser grundlegenden Fragen. Oder Sie entscheiden sich für beide Varianten. Es ist auch möglich Ausbildungsförderung zu beziehen und einen Kredit fürs Studium aufzunehmen. Denken Sie darüber nach, wie sie nach Ablauf der Förderung, das Geld wiederzuzahlen können. Wer sich vorher genügend Gedanken macht und alles durchrechnet, wird sich für die richtige Variante entscheiden können.
 
 
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